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Nach der ersten flüchtigen Berührung Europas mit dem geheimnisvollen indotibetischen Osten am Ausgang des 19. Jahrhunderts befaßten sich viele Wissenschaftler mit seiner Erforschung. Es entstand eine weitläufige wissenschaftliche Literatur, unter welcher die Arbeiten von Dr. Hummel eine bedeutende Stelle einnehmen werden. Seine zuletzt erschienenen „Lamaistischen Studien“ sind ein in sich abgeschlossenes Werk. Obwohl der Autor darin einige spezielle Fragen über die Tibetologie behandelt, findet man auch einige Artikel, die einen allgemeinen Überblick über den Lamaismus geben und somit auch einen breiteren Leserkreis interessieren dürften.
Die Mystik des Lamaismus in Tibet steht in Hinsicht auf Bedeutung an erster Stelle unter allen nichtchristlichen Religionen, zumal der Lamaismus die Quintessenz des Buddhismus darstellt. Der Lamaismus wurde im Laufe der Jahrhunderte sorgfältig vor den Augen der Europäer verhüllt. Um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts kamen die tibetischen Weisen zu der Einsicht, daß es nun Zeit wäre, einen Teil des Vorhanges, der den Westen vom Osten trennte, für den wißbegierigen Europäer zu lüften.
Hummel hat sich die Aufklärung von Kardinalfragen der lamaistischen, chinesischen und japanischen Religion und deren Mystik durch Erforschung des esoterischen Wesensgehaltes der Kunst zum Ziel gesetzt und den größten Teil seiner Arbeit der Aufklärung des Esoterismus in der Kunst des Ostens gewidmet. Es gelang ihm dank seiner Erfahrung, diese Aufgabe glänzend zu lösen. Bisher wurde der Buddhismus philologisch, philosophisch, psychologisch