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Als bedeutsamstes literarisches Ereignis seit dem Erscheinen von „Schau heimwärts, Engel“ hat man in Amerika den 1947 dort erschienenen Erstling von Malcolm Lowry: „Unter dem Vulkan“. begrüßt. Ohne Frage, ein erregendes Buch, vielfältig verschlungen in seinen Motiven, unverkennbar unter dem Einfluß von Joyce entstanden, gleichwohl durchaus selbständig, und aus mehr als cinem Grunde auch der psychologischen Beachtung würdig.
Nicht der „Inhalt“ ist in solcher Hinsicht das wesentlichste: Vor dem Hintergrund der mexikanischen Kraterlandschaft und der verfallenen Cortezpracht, kontrastiert durch Hotelbars und Cantinas, zwischen denen sich drei versprengte und dünnblütige Gestalten zivilisatorischer Provenienz bewegen, rollt im Rückblick der turbulente Film ihrer Wiederbegegnung am Allerseelenfest 1938 in Quauhnahuac ab. In wechselseitiger Anstrahlung, gespenstisch scharf und schattenhaft zugleich durch gleitende Überblendungen: ein geschiedener Exkonsul, mit geheimer Kriegsschuld beladen, dem Mescal verfallen und dem Abgrund cnlgegentaumelnd; sein sportlicher Stiefbruder, ein weltläufiger und von radikaler Rettungsmission erfüllter Reporter; zwischen ihnen die aus dunkler Getriebenheit zurückgekehrte Frau des Konsuls: ein exotisch-schemenhaftes Wesen, mit gescheiterten Hollywoodhoffnungen und der Erinnerung an artistische Jugenderfolge. Als Nebenfiguren ein mexikanischer Arzt und ein französischer Filmregisseur, in deren Gesprächen sich die Hauptpersonen noch einmal spiegeln.
Von einer „Handlung“ zu sprechen, wäre dem Werk kaum angemessen. Was sich im Ablauf des Geschehens ereignet, ist ein unentrinnbares Schicksal. Der erbarmungslose Sog des eigenen Seelengrundes, der die versuchte Annäherung der Frau vereitelt, führt den Konsul schließlich durch Verkettung zufälliger Umstände eines Indianermordes, mit dem er nichts zu tun hat, und die Verstrickung in ein flüchtiges Dirnenabenteuer dahin, daß er von fragwürdigen Wächtern der Ordnung als Spion verdächtigt, im Streit erscho