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Dieser neue Band aus der „Sammlung Völkerglaube“, welche religionswissenschaftliche Studien in unsystematischer Reihenfolge herausbringt (bisher: „Hellenische Mysterien und Orakel“, „Buddhistische Mysterien“, „Götter der Südsee“, „Glaube und Welt des Islam“, „Die Ostkirche“), entstammt der Feder eines durch sprachschöpferische Übersetzungskraft ebenso wie durch wissenschaftliche Akribie bekannten Altphilologen. Der wissenschaftliche Ort des Autors ist die philologisch-historische Betrachtungsweise, wobei auf philologische Details zugunsten der wesentlichen Gesamtschau des Problems verzichtet wird. Eine genetisch-psychologische Deutung der geschilderten folkloristischen, rituellen und liturgischen Tatbestände wird nicht gegeben. Als „Voraussetzungen“ des antiken Volksglaubens — man könnte modern-rationalistischer hierfür auch Aberglauben setzen — nimmt der Autor den „Dämonenglauben“ und den „Sympathieglauben“ innerhalb der antiken Religionen und Philosophien von den jonischen Naturphilosophen bis zu den Neuplatonikern an.
Die Einteilung ist phänomenologisch und unterscheidet drei große Gruppen: „Wahrsagung“, „Zauberei“ und „Chaldäerkunst“. Neben tiefenpsychologisch schon bearbeiteten Gebieten, wie „Orakel als Heilrat“ (Inkubation) und „Antike Traumdeutung“, bietet die Schilderungder „Kunstmäßigen Wahrsagung“ Anregungen zur Durchleuchtung unbewußten Seelengutes der Antike, welches in einer rationalen Methodik der Deutungzufälliger Zeichen und provozierter Gegebenheiten (vergleiche Nekromantik, Haruspizinen), Ausdruck gefunden hat. Eine Fundgrube symbolischen Materials ist die ausführliche Sammlung antiker Zauberpraktiken, vor allem hierin die Erörterung einzelner Tier- und Pflanzengruppen, sowie Mineralien hinsichtlich ihrer spezifischen magischen Qualitäten für den antiken Menschen. Die „Übertragung“ als verbreiteteste Methode der Heil- und auch Schadenzauberei — ist doch die Ambivalenz beinahe Kriterium des Magischen — durch Einverleibung, Anhauchen, Anspucken oder A