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Von der Erfahrung der Dermatologen ausgehend, daß seelische Faktoren für die Entwicklung von Hautkrankheiten von Bedeutung seien, welche Auffassung in Frankreich durch die Feststellungen von Brocq über den Prurigo vorbereitet ist, wird über eine Untersuchung berichtet, die sich vor allem auf 20 Ekzemkranke erstreckt (15 davon Frauen). Die Untersuchung ist mit Hilfe des Szondi- und des TAT-Test nach Murray durchgeführt worden. Es wird bei allen Kranken erforscht:
die familiäre Kindheitssituation (nur bei 20 Prozent als unauffällig bewertet),
Sexualität und Ehe (wobei wieder nur 20 Prozent als normal angesprochen wurden),
verschiedene sonstige Faktoren (wobei die Bedeutung der verfrühten Menopause in einigen Fällen eine Rolle zu spielen schien), und
die Häufigkeit eines emotionellen Schocks in der Zeit vor dem Erscheinen der Ekzeme, der in 80 Prozent angetroffen wurde.
Bei jeweils einigen Fällen von Pruritus, Riehlscher Melanosen, Alopecien, Psoriasis und Urtikaria wurden seelische Störungen ebenso häufig gefunden. Zur Frage der Organwahl wird einerseits die Adlersche Organminderwertigkeit angeführt, weiter die Möglichkeit einer Konversion von Schuldgefühlen und Selbstbestrafungstendenzen auf die allen Menschen sichtbare eigene Haut.
Die Untersuchung zeigt die ganze Schwierigkeit einer Systematisierung von Erfahrungen auf biographisch-psychologischem Gebiet. Die situativ und psychologisch verschiedenartigsten Elemente werden als Ursache jeweils für dieselbe Krankheit angenommen. Es könnte von gegnerischer Seite eingewendet werden, daß Spannungen und Frustrationen der angeführten Art sich bei vielen Menschen finden und der Verknüpfung einer unglücklichen Kindheit oder Ehe mit einer solchen Krankheit (auch wenn ein zeitlicher Zusammenhang besteht) kein ursächlicher Zusammenhang zu entsprechen braucht. So liegt etwa die Zahl der frigiden Frauen unter den Patientinnen (40 Proz.) eher unter den Zahlen, die von anderer Seite als Durchschnitt angegeben werden. — Die Notwendigkeit