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Verfasser geht davon aus, daß die Erforschung verborgener Zusammenhänge — gemeint sind hier die sogenannten Zufälle und Spontaneitäten eines Krankheitsverlaufes — das Wesen der Wissenschaft ausmachen und Voraussetzung einer jeden — spezifischen — Therapie sind. Er achtete aus diesem Grunde seit mehreren Jahren bei den Patienten seiner Tuberkuloseabteilung auf die psychischen Vorgänge bei Beginn und Verlauf der Lungentuberkulose. — Wie bereits vorher A. Fraenkel, Stradgaard, Barglowski, Kloss und Näser, Bronkhorst, Roloff, Dunbar und andere, so wurde auch hier überraschend oft eine Koinzidenz von Krankheitsbeginn und kritischer Entwicklung einer zwischenmenschlichen Beziehung gefunden, zum Beispiel Verlobung, Entlobung, Ehescheidung oder Eheschließung. Diese Beziehung wird auch in einem ausführlicher referierten Krankheitsfall deutlich. Das entscheidende und zur Diskussion auffordernde Thema dieser Krankengeschichte ist jedoch die Haltung — richtiger Handlung — des Arztes. Auf Grund früherer Beobachtungen bei ähnlich gelagerten Situationen entschloß sich der Verfasser nicht zu der gesundheitspolizeilich zu fordernden Maßnahme einer „Trennung“ von der nächsten Mitwelt, sondern stellte ein Eheunbedenklichkeitszeugnis trotz-Vorliegen einer offenen Tuberkulose aus, um eine „Verbindung“ in der kritischen zwischenmenschlichen Beziehung zu erreichen. Die klinische Kontrolle mittels Schichtaufnahme 5 Tage nach der Eheschließung ließ die 4 Wochen vorher noch sichtbaren drei kleinen Kavernen nicht mehr nachweisen, und die Infiltrationen, die zwei Jahre lang bestanden und jetzt zugenommen hatten, waren an Ausdehnung deutlich zurückgegangen, obschon der Pneumothorax fast ganz aufgegangen war und die Lunge sich wieder entfaltet hatte. Die Besserung hielt an, der Bazillennachweis wurde in den nächsten Monaten immer seltener, und die Patientin konnte ein halbes Jahr nach Klinikaufnahme als arbeitsfähig entlassen werden. Als wirksame Therapie wird weniger eine Bekämpfung der Erre