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Die Arbeit geht dem analen Funktionskreis von der Klinik her nach und stellt fest, daß bei dieser Form der Obstipation der Stuhldrang fehlt, weil der Mastdarm leer ist, bei gefülltem Dickdarm. Man findet einen sehr lebhaften Afterreflex mit gleichzeitiger Kontraktion des Sphincter vaginae und hyperämischen Schwellkörpern. Diese gleichzeitige Kontraktion bildet eine Reflexeinheit, dem die achtförmige Muskelanordnung bei der Nullipara entspricht. — Bei Stuhlträgheit verhärtet sich die Kotsäule zunächst kaudalwärts und bewirkt außer allgemeiner Reizbarkeit einen sexuellen Reiz. Letzterer entsteht früher als der Stuhldrang und führt zu einer reflektorischen Zurückdrängung der Kotsäule. Daraufhin klingt die sexuelle Erregung ab, die Kotsäule tritt nach unten, worauf der gekoppelte bilatere Sphincterreflex erneut wirksam wird. — Die Patienten werden hierdurch passiv sexualisiert. Verfasser bezeichnet daher diese Form der Obstipation als eine Provokation der Jungfräulichkeit. Sie kommt in der Regel bei jungen Männern nicht vor. Sie verschwindet ferner während der Menses und bei befriedigendem Verkehr, sowie fast immer, nachdem eine Frau entbunden hat. Bei mangelnder sexueller Befriedigung kommt es andererseits zu einer Art chronischer Reflexeinschleifung. Therapeutisch seien Abführmittel nicht indiziert, Klistiere werden empfohlen. Bei längerem Bestehen ist Psychotherapie erforderlich.