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Die Definition des Wahns sei nicht festzulegen. Der Verfasser zählt die Schwierigkeiten auf, sechsfache seien es. Es folgen Vergleiche zwischen dem Wahn des Kranken und dem Gewißheitserlebnis des Gesunden. Es wird auch eine psychologische Situation des Gesunden erwähnt (objektiv grundlose Eifersucht), die weder logisch noch phänomenologisch vom echten Wahnerlebnis zu trennen sei. Überdies seien manche primitiv magischen und manche modern abergläubischen Ideen von dem Wahn
kaum zu unterscheiden. Der Verfasser versucht seinerseits zu definieren: „Der Wahn ist eine Beziehungsetzung (Deutung) ohne Anlaß. Der Wahn ist ein unmittelbarer Einfall ohne Anlaß. Die Wahnstimmung ist eine Stimmung ohne Anlaß.“ Genannt werden die Vorläufer ähnlicher Auffassung: F. W. Hagen 1870, Cl. Neisser 1891, Jaspers 1910, Domarus 1923 und 1929, Kolle 1931 und der Schwede Hedenberg 1927. Abschließend wird gesagt, was nicht zum Wesen des Wahns gehöre: „Nicht die Unbelehrbarkeit des Kranken. Nicht der Wahrnehmungsakt selbst. Nicht die Halluzinationen. Nicht irgendwelche Denkfehler oder Fehlurteile. Nicht eine irgendwie geartete Besonderheit der Intelligenz. Nicht eine besondere Gefühlslage (außer der beschriebenen Wahnstimmung).“ Schlußsatz: „Der Wahn entsteht nicht aus subliminalen Wünschen, nicht aus irgendwelchen unterdrückten Regungen. Er ist ein organisch zerebrales, nicht ableitbares, nicht einfühlbares Symptom. Er hat keine Beziehungen zur Konstitution.“ — Ein ungewöhnlich konzentrierter Beitrag, durchdacht, erfahren, unabhängig, elegant.