You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Von 1000 in den Jahren 1940 bis 1948 zur Aufnahme gekommenen Schizophrenen weisen 138 im Verlaufe der Erkrankung ernsthafte Selbstmordabsichten oder -handlungen auf. Das „Suizidsyndrom“ fand sich bei 15,1 Prozent der untersuchten Männer und bei 13 Prozent der Frauen. Jahreszeit, Alter oder wirtschaftliche Situation beeinflussen die Suizidneigung nicht wesentlich. In der Häufigkeitsverteilung auf die verschiedenen Verlaufs formen der Schizophrenie steht die paranoide Form mit rund 70 Prozent an der Spitze. Die Motive, die die Suizidhandlung in Gang setzen, zerfallen in zwei Gruppen, unabhängig von der individuellen Verlaufsform der Krankheit. 1. Die Erkrankung evoziert „eine durch Erlebnis und Inhalt angstgefärbte verzweifelte Stimmungslage, auf Grund derer eine vom normalen Selbstmord im Motiv nicht unterscheidbare Suizidhandlung erwächst“. 2. Suizidhandlungen auf Grund imperativer Stimmen und „schizophrene Symbolhandlungen“. Die meisten Suizidalen gehören der erstenGruppe an, Motivierungen der zweiten Gruppe, die als „typisch schizophren“ bezeichnet werden, finden sich relativ selten. Nach Abklingen des Erkrankungsschubes ist die Stellungnahme der Kranken zur Selbstmordhandlung blaß und affektlos. Schwindet das während des Schubes beherrschende Vernichtungsgefühl, distanzieren sich die Patienten meist von den Suizidgedanken oder verstehen sie überhaupt nicht mehr, bleibt es erhalten, kommt es zu weiteren Suizidversuchen. Kurze Kasuistik.