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Psychologische Beobachtungen an ratsuchenden Berliner Müttern in den Jahren 1945-1950 bilden die Grundlage dieser erschütternden Untersuchung. Von zwei Fragestellungen ausgehend:
Steht die mütterliche Aufgabe im Mittelpunktder übrigen Lebenshereiche?
Welche Strebungen der Seele wirken sich in der Beziehung der Mutter zum Kinde aus? werden hier verschiedene Muttertypen — Weisen des Mutterseins — herausgearbeitet. Dabei blieb die Genese bewußt unberücksichtigt. Folgende Typen werden herausgestellt: 1. Die chaotische Mutter. Dominierend ist bei ihr die Unruhe, als deren Ursache sich immer ein schweres Eheschicksal mit besonders krasser Unsicherheit der wirtschaftlichen Lage fand. 2. Die hassende Mutter. Der Haß ist oft unbewußt, fließt aus verschiedenen Quellen und ist ablesbar an Erziehungsfehlern und dadurch bei den Kindern bewirkten Entwicklungsstörungen. Der Haß gilt dem unehelichen oder vorehelichen Kind, wenn diese Mütter ein Stück eigenen Schicksals nicht angenommen haben. Die geschiedene Frau kann ihr einziges Kind hassen, weil es Züge ihres Mannes aufweist, der sie verlassen hat. Eine Adoptivtochter wird zum Haßobjekt der Pflegemutter, als diese bemerkt, daß eine besonders warme Beziehung zwischen Pflegevater und Pflegetochter besteht. 3. Die Schmalspurmutter. Sie erkennt zwar ihre Kinder an, aber ihr Hauptinteresse gilt doch anderen Lebensbereichen, so daß die eigentliche mütterliche Beziehung blaß und unbetont bleibt. Varianten dieses Typs sind die Puppenmütter — sie nehmen und behandeln ihr Kind, wie ein Kind eine Puppe behandelt —, die Gattin, deren Hauptstreben dem gemeinschaftlichen Leben und Arbeiten mit dem Ehegefährten gilt, die auf geistige oder materielle Interessen eingestellte Mutter und so weiter.
Bei den Müttern, die die mütterliche Aufgabe stärker in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen, lassen sich zwei