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Der Antisemitismus als psychologisches Problem ist weder orts- noch zeitgebunden. Es hat ihn schon lange vor unserer Zeitrechnung gegeben in den verschiedensten Ländern, die damals die Welt bedeuteten. Überall da vorhanden, wo es Juden gibt — ist er von jeher phasenartig im Leben der Völker in Erscheinung getreten, um dann wieder in einem latenten, wenig oder kaum bemerkbaren Zustand zu verharren. Es lohnt sich also wohl, einem so weltweiten Problem nachzugehen und zu versuchen, seinen psychologischen Wurzeln nachzuspüren. Es handelt sich um ein außerordentlich komplexes psychologisches Phänomen, das aus den verschiedensten Quellen gespeist wird, so daß es schwer hält, allen seinen Strömen und Unterströmungen nachzugehen. Für diejenigen, die den Antisemitismus zu bekämpfen wünschen, war es eine schmerzliche Erfahrung, daß er anscheinend nicht ausrottbar ist, was schon seine Geschichte lehrt, und daß er auch heute noch, nach dem Niedergang des Hitlerreiches, in Deutschland und in vielen anderen Ländern vorhanden ist, ja in manchen dieser anderen Länder heute stärker in Erscheinung tritt als früher. Mit diesem Beitrag möchte ich auf eine Ursache dieser offensichtlichen Unausrottbarkeit hinweisen, die, wie ich glaube, bisher nicht als grundlegend angesehen wurde. Ich möchte zeigen, wie gewisse Überlieferungen sich zu bestimmten Bildern, respektive zu Symbolen in der Seele der abendländischen Menschen verdichtet haben, als unbewußter antisemitischer Komplex seine Seele bedrängend, der, angerührt, unter Umständen explosiv an die Oberfläche des Bewußtseins dringt. Diese Ausführungen betreffen zunächst Europa. Da aber Amerika in der Hauptsache von europäischen Menschen