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Das Wesen der Kranken mit generalisierten epileptischen Krampfanfällen oder deren Äquivalenten ist meist in so charakteristischer Weise verändert, daß man daraus eine conditio sine qua non der genuinen Epilepsie gemacht hat. Dieses auffällige psychische Verhalten bei Epileptikern wird im klinischen Sprachgebrauch als „epileptische Wesensänderung“ bezeichnet in der Annahme, daß der krankhafte organische Prozeß oder die Anfälle auch psychische Veränderungen nach sich ziehen. Die Wesensänderung wird dabei von der epileptischen Demenz, als einem mit der Zahl der Anfälle deutlicher werdenden Intelligenzabbau, getrennt werden müssen (Stauder, Mauz). Nicht selten kann man erheblich epileptisch Wesensveränderte sehen, die bei symptomarmem Verlauf über viele Jahre kein Nachlassen der geistigen Kräfte zeigen. Eine epileptische Demenz gibt es nur insoweit, als bestimmte Wesenszüge in den an sich uncharakteristischen Abbau hineinragen oder dadurch deutlicher hervortreten. Wesensänderung und Demenz gehen einander nicht parallel. Das Nachlassen der geistigen Leistungskraft (Gedächtnis, Initiative, Auffassungsgabe) bei Epileptikern ist möglicherweise die Folge der Durchblutungsstörungen des Gehirnes bei den Anfällen und geht vielleicht auch teilweise auf Kosten der bei den Anfällen auftretenden Kopf träumen. Im Gegensatz etwa zur hirntraumatischen Wesensänderung nach Gehirnverletzungen läßt sich die epileptische Wesensänderung nicht auf Veränderungen im Gehirn zurückführen, sie ist auch keinesfalls als einfacher Abbau der affektiven und intelligibilen Funktionen zu verstehen. Es ist vielmehr einer der wenigen Fälle, wo positiv geprägte Charakterzüge einer organischen Erkrankung des Nervensystems allgemein zugeordnet werden, ohne daß sich aber aus der Topik irgendwelcher Veränderungen des Gehirnes, aus einem veränderten Chemismus oder aus elektroenzephalographischen Befunden ein Rückschluß auf die besondere psychische Wesensart dieser Kranken tun ließe. Es gilt hier, daß „Psychisch