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Die Pagode (auch Stǔpa, tibetisch Mtschod-rten) ist das bekannteste Bauwerk des Buddhismus in der lamaistischen Welt (Fig. 1a1) und wird vornehmlich als Reliquienbehälter errichtet. Aber auch in den Mandalas, den meist kreisrunden Diagrammen zur schematischen Darstellung des Kosmos mit dem Prinzip der Emanation des Vielen und Mannigfaltigen im Kosmos aus dem Ureinen im Zentrum des Mandala, findet sich um das Zentrum der Grundriß der Pagode gelegt. Die Pagode stellt in den Gliedern ihrer Gestalt (Viereck, Kreis, Dreieck, Halbmond beziehungsweise Halbkreis und Sonne mit Flamme beziehungsweise Halbkreis mit Dreieck darüber) die sogenannten buddhistischen Elemente des Kosmos (Erde, Wasser, Feuer, Luft beziehungsweise Wind und Äther) in abstrakter Zusammenordnung dar, wobei diese Elemente für den lamaistischen Mystiker nur Entäußerungen von Grundbedingungen der Ganzheit des Kosmos und, auf den Menschen bezogen, der psychischphysischen Ganzheit des Menschen sind (Fig. 1b). In der Meditation an der Pagode beziehungsweise ihrem Schema vollzieht sich die Aktivierung dieser Grundbedingungen im Meditierenden durch die mit der Meditation gegebene ungestörte Konzentration. Das sich im Kosmos entfaltende Ureine als Urgrund des Wirklichen bildet die genannten Elemente als Bausteine des Kosmos. In der Meditation durch den Mystagogen wiederholt sich dieser schöpferische Akt nach vollzogener Entleerung des Bewußtseins und kommt so jedesmal neu in die Welt. Die Pagode als Gehäuse bedeutet also in der lamaistischen Mystik die Entfaltung des Ureinen ins Viele und ist darin wie eine emanierte Hülle im Bereich der Konkretisierung im Vordergründigen, mit der sich der Emanationsurgrund umkleidet. Dieser Urgrund selbst ist unzerstörbar und kann darum im Donnerkeil (Vadschra, tibet.: Rdo-rje) als dem Symbol des unzerstörbaren Ureinen dargestellt werden.
Der Ǎdibuddha, das heißt der Urbuddha, dessen Bild oft in der Pagode steht, vertritt als personifizierter Urgrund aller Erscheinungen und dari