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Die Überschrift dieser Arbeit bedarf einer Erklärung; unter einem Äquivalent der Depression ist ein neurotischer Zustand zu verstehen, der viele wesentliche Züge einer genuinen chronischen Depression aufweist, sich jedoch in der Symptomatologie von ihr unterscheidet.
Als Ausgangspunkt für meine Untersuchung habe ich einen schweren Fall von Anorexie ausgewählt, weil hier der Einfluß von Konflikten, die sich im Bereich der oralen Triebe abspielen, bereits in der Symptomwahl evident wird. Die klinische Erfahrung lehrt uns, daß die gleichen oder ähnliche Konflikte auch bei. Depressionen wirksam sind. Aber obgleich Konflikte in bezug auf die Nahrungsaufnahme häufig genug bei Depressionen gefunden werden, führen sie nicht notwendigerweise zur Anorexie.
Ich möchte einige Abschnitte einer langen und komplizierten Krankengeschichte mitteilen. Es handelt sich um eine Patientin, die beinahe 40 Jahre alt ist. Als sie zu mir in Analyse kam, litt sie schon lange unter neurotischen Störungen, die hauptsächlich in Essensschwierigkeiten und schweren phobischen Symptomen bestanden. Sie engten mehr und mehr ihre zwischenmenschlichen Beziehungen ein und brachten die Patientin in eine tiefe neurotische Zurückgezogenheit. Sie war untergewichtig. Zeitweise und unter einer emotionellen Spannung verschlimmerte sich ihre Anorexie, und sie sah unheimlich hager, beinahe wie ein Skelett aus. Ihr Symptom besserte sich unter der Analyse, aber es verschwand nicht völlig. Jedoch war es mir gerade wegen