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Es gibt viele Formen von Psychotherapie, zudeckende und aufdeckende Verfahren, Hilfsverfahren wie Hypnose, autogenes Training, Narkoanalyse und Tests. Cremerius unternimmt auf 100 Seiten den Versuch, den Leser in all dieses einzuführen. Das Buch ist als eine Anregung, vielleicht auch als eine Art psychotherapeutischer Propädeutik gedacht. Wenn sich der Verfasser auf dieses Ziel beschränken würde, könnte man den Versuch anerkennen und die Schwächen stilistischer und sachlicher Art übergehen. Die Gefahr wäre zwar auch hier schon groß, daß Ärzte oder Nichtärzte dieses Buch als ausreichende Grundlage für psychotherapeutische Versuche ansähen. Dieses ist zumindest die Regel bei anderen medizinischen Kompendien. Und es wäre auch zu fragen, welches Niveau wohl eine Schilderung der aufdeckenden Psychotherapie auf 20 Seiten (einschließlich Kasuistik) haben kann, wenn ein so schriftgewandter Mann wie Freud in seiner Neuen Folge der Vorlesungen immerhin das Mehrfache an Raum benötigt. Wir vermöchten auch anzuerkennen, daß der Erfahrene einigen Gewinn aus dem Buch ziehen kann. Dieses alles bekommt aber eine ganz andere Akzentuierung, wenn man den Titel des Buches ernst nimmt. Auch wenn sich der Verfasser bemüht, die Schilderungen der „Kurztherapie“ nicht als Lehrbuch- oder gar Ausbildungsersatz genommen zu wissen, so verführt zweifellos das Buch manchen Unkundigen, sich an Hand der so anschaulich und optimistisch geschilderten Kasuistik ebenfalls darin zu versuchen. Eine sachgemäße Ausbildung verhütet sicher nicht immer Fehlgriffe, aber fehlende Ausbildung und der Versuch einer Kurztherapie müssen zu therapeutischen Katastrophen führen. Wie zurückhaltend war J. H. Schultz jüngst in Karlsruhe schon gegenüber der Aufnahme einer biographischen Anamnese, die etwa zu