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Mit diesem Lehrbuch hat Bohm ein ungemein schwieriges Unternehmen auf bewundernswerte Weise gelöst. Bekanntlich hatte die Methode schon zwischen der ersten Auflage der „Psychodiagnostik“ und dem frühzeitigen Tod Hermann Rorschachs neue wesentliche Entwicklungen im Geist ihres Erfinders durchgemacht; leider wissen wir viel zu wenig davon. Auf diesem schon von Anbeginn an unsicheren Boden wurde in der Folge sehr unsystematisch und unkoordiniert gebaut. Es fehlen noch immer die ausgedehnten Untersuchungen an normalen Menschen der verschiedenen Altersstufen und Bevölkerungsschichten, die zuverlässige Vergleichsmöglichkeiten zu den psychopathologischen Fällen geboten hätten. Die zahlreichen publizierten Arbeiten sind von außerordentlich ungleichem Wert und gewisse „Perfektionierungen“ der Methode haben mit dem ursprünglichen Rorschachtest kaum mehr als den Namen gemeinsam. Daß es unter solchen Umständen dem Verfasser gelungen ist, eine klare, sachliche, anschauliche Darstellung der heute gesichertesten Ergebnisse der Rorschachforschung zu geben, ist ein äußerst dankenswertes Kunststück. Im übrigen ist Bohm selber einer der besten Kenner der Methode. (Von ihm stammen die Hinweise auf gewisse Erscheinungen wie den Blau- und Weiß-schock, das Brechungsphänomen und die Individualisierung der Rorschachsyndrome bei den Charakterneurosen, der Psychasthenie, den läsionellen Pseudopsychopathien und so