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Die Arbeit bringt eine eingehende Untersuchung der Vorgänge menschlichen Wertens. Zwei Arten des Wertens werden unterschieden. Das unmittelbare Werten begleitet alle Betätigungen und alles Erleben. Es erweist sich nach Art und Intensität als ausschließlich durch die augenblickliche Funktionsfähigkeit des Wertenden bedingt. Wenn sich bei allen Menschen der ihrer Veranlagung entsprechende größtmögliche Funktionsreichtum jederzeit ohne eine Funktionsbehinderung durch andere verwirklichen ließe, so gäbe es keine Wertkonflikte und damit auch kein Wertproblem.
Das mittelbare Werten vollzieht sich erst im Anschluß an gewertete Erfahrungen. Mittelbar vermag der Mensch auch für die Zukunft und für andere zu werten; dabei findet gleichsam eine zeitliche und überpersönliche Ausweitung des Wertungssubjektes statt. Die Einengung des Wertens auf den im Augenblick wertenden Menschen — die Isolation im Werten — ist damit überwunden. Während der Mensch vor vollzogener Ausweitung des Wertungssubjektes ausschließlich eng ichbezogen seinen Funktionsreichtum unmittelbar wertet, nimmt er jetzt „erlebend“ auch an den Schicksalen derjenigen teil, für die er mittelbar wertet. Dieses Miterleben des Funktionsreichtums anderer oder auch des künftigen eigenen „Ich“ erweist sich aber auch als unmittelbar stark gewertet. Ja — wie die Verfasserin schreibt — man gewiant den Eindruck, als habe sich dem Menschen mit der Überwindung der Isolation im Werten eine ganz neue Dimension für die Steigerung auch seines unmittelbaren Wertreichtums ersch lossen. Nach vollzogener Ausweitung des Wertungssubjektes stimmen mittelbares und unmittelbares Werten der Richtung nach weitgehend überein. Nach restlos vollzogener Aufhebung der Isolation im Werten würden beide Arten des Wertens der Richtung nach zusammenfallen, nämlich in der Richtung auf den böchstmöglichen funktionellen Lebensreichtum.
Anhand von zahlreichen leicht nachzuvollziehenden Beispielen werden die Ergebnisse der Untersuchung dem Leser in lebendiger,