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Das Thema: Unser Lebensgefühl ist in besonderem Maße heftigsten Schwankungen zwischen Mut und Angst (Heroisierung u. Dämonisierung des Daseins) ausgesetzt. Was ist das Wesen der Angst, was ist das Wesen des Mutes? Für die
phänomenologische Analyse dieser für alle psychologischen Richtungen wichtigen Polarität wählt Wandruszka die Sprache als Leitfaden: Was weiß die Sprache von der Angst und vom Mut?
Damit scheint zunächst nur eine Zusammenstellung von unterschiedlichen Auffassungen der Angst und des Mutes angestrebt zu sein mit philologischem Rüstzeug und philosophischem Hintergrund. Die (schöne) Literatur von der Antike bis Rilke und Sartre wird herangezogen. Aber wenn man nur wenige Seiten gelesen hat, merkt man bereits, daß bei dieser scheinbar trocken-philologischen Art in Wirklichkeit mehr vom Wesen der Angst herauskommt als bei den meisten Abhandlungen, die ausdrücklich eine „Psychologie der Angst“ (und des Mutes) geben wollen.
Es ist eben echte Phänomenologie, die sich weder in beliebigen sprachlichen Entdeckungen erschöpft, noch der Gefahr verfällt, in Theorien philosophischer oder psychologischer Art abzugleiten. Es ist tatsächlich das Wesen der Angst und das Wesen des Mutes (unabhängig von allen Entstehungs- und Wertungstheorien), das in dieser ausgezeichneten „Sprach-Analyse“ deutlich wird. Was meinen wir eigentlich und letzten Endes mit „Angst“ und „Mut“? Wie sehen diese Erlebnisse aus, wenn man sie ganz für sich betrachtet, ohne nach ihrer Entstehung, ihrem Wert und ohne nach der möglichen Therapie bei Störungen dieser Polarität zu fragen?
Diese Analyse der sprachlichen Bedeutungen läßt in der Tat eine Art „Selbstzeugnis“ der Angst und des Mutes erscheinen (wie es in der Ankündigung des Verlages heißt). Durchweg wird die phänomenologische Haltung (die ja vor allem eine „Enthaltung“ ist) streng bewahrt. Der Autor gibt sich der philologischen Freude hin, aus allen Zeiten und Sprachen die Gestaltbilder zusammenzutragen, mit denen der Mensch diese Polarität