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Das Buch umfaßt 20 Vorträge und eine Resolution. Sie wurden am 1. Internationalen Kongreß über Probleme der Jugendverwahrlosung gehalten und gefaßt, der, veranstaltet vom Institut für vergleichende Erziehungswissenschaft in Salzburg (Juli 1950) stattfand. Alle Vorträge basieren auf der katholischen Welt- und Lebensauffassung.
Wenn man das Buch durchliest, hat man wieder einmal den Eindruck, daß da ein Zirkel von Leuten sich so verhält, als wären sie die ersten, die über Jugendverwahrlosung nachgedacht hätten, und als sei vorher das, was sie gefunden haben, nicht schon x-Male gesagt worden. Zudem ist mancherlei fragwürdig.
Da äußert sich beispielsweise der Leiter eines Seminars für Wohlfahrtspflege: „Eine Anthropologie wie die Freudsche, die das Lustprinzip zur Dominante des menschlichen Lebens macht“ (man fragt sich, ob der Autor Freud wirklich gelesen hat) „und die Wertwelt allenfalls als Sublimierung des Luststrebens gelten läßt, kann von einer solchen entmachteten Wertwelt keine persönlichkeitsgestaltende Wirkung erwarten“ (hat der Mann eine Ahnung von der persönlichkeitsgestaltenden Wirkung einer psychoanalytischen Kur!). Darum habe Mitscherlich Unrecht, weil er, von der Psychoanalyse herkommend, eine „völlig straffreie Erziehung“ fordere. „Katholische Erziehung weiß sich — so oft sie sich auch ihrer konfessionellen Gebundenheit geziehen und geschmäht hört — dieser anthropologischen Enge und Lückenhaftigkeit entrückt … Denn sie weiß, daß der Vollzug und das Ziel individuellen Lebens darin besteht, ‚ut in anima describatur totus ordo universi et causarum eius‘ (Thomas vonAquin).“ So einfach liegen also die Dinge, und zu diskutieren gibt es demnach eigentlich überhaupt nichts.
Damit bei der Erziehung im allgemeinen, bei der Nacherziehung Verwahrloster im besonderen alles in Ordnung komme, bedarf es nur der christlichen Liebe: dies ist eigentlich des Pudels Kern, und dies drückt auch die Resolution am Schlusse des Buches aus; die Frage ist nur, wie diese Liebe wirksam