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Der Verfasser unternimmt es, die Entwicklung des menschlichen Bewußtseins aus ursprünglicher Unbewußtheit darzustellen und bis in die moderne abendländische Welt hinein zu verfolgen. Diese Entwicklung erachtet er als determiniert durch innerpsychische Prozesse, und zwar durch die Archetypen und deren Wandlung. Die Archetypen sind zwar „psychische Organe“ und als solche dem Menschen eingeboren und unveränderlich, aber wie bei physischen Organen vollzieht sich auch bei ihnen ein Prozeß der Höherentwicklung: aus dem ursprünglich diffusen Ur-Archetyp differenzieren sich im Laufe der Menschheitsentwicklung immer feiner durchgestaltete, höhere Archetypen heraus, und in ihrem Wandel bedingen sie die Entwicklung des Bewußtseins.
Da nun jedem Bewußtseinsstadium eine ganz bestimmte Konstellation der Archetypen entspricht, kann man die Bewußtseinsentwicklung studieren, indem man ihren Wandel im Laufe der Zeiten verfolgt. Die Archetypen werden von der Menschheit in Kult und Mythos projiziert, sie sind das Bilderbuch, in dem die Ursprungsgeschichte des Bewußtseins aufgezeichnet ist. Ein wesentlicher Teil der Mythologie ist die unbewußte Selbstdarstellung der Entwicklung des Bewußtseins, und die betreffenden Materialien zu sammeln, in der Reihenfolge zu ordnen und zu deuten unternimmt