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Als Äußerung des religiösen Fühlens ist das (trotz des Titelwortes „Gnosis“ denkerisch unzulängliche) Buch hervorragend interessant. Denn viele Menschen haben ähnlich wie Köpgen gefühlt und fühlen auch heute noch so. Es handelt sich also um seelisch Wirkendes, aus welchem heraus Menschen gelebt und für das sie nicht selten Leid erlitten haben (wie das bei allen umfassenden Ergriffenheiten vorkommen kann).
Deshalb werden für kulturgeschichtliche Fragen und Psychologie offene Leser, auch wenn sie die mystischen — teils tiefsinnigen, teils paradoxen — Anschauungen Köpgens nicht teilen, die Lektüre des ausgezeichnet, manchmal allerdings zu autoritativ geschriebenen Buches als belehrend empfinden können. Für Freud wäre das Buch ein klassisches Beispiel für eine „Illusion“ gewesen. C. G. Jung zitiert es dagegen wiederholt zustimmend in seiner „Symbolik des Geistes“.