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Der Name dieses Buches stammt, wie der Verfasser selbst sagt, daher, daß die in ihm gesammelten Reden und Aufsätze auch Gedanken aussprechen und Gegenstände behandeln, die weniger die Medizin als den Rahmen betreffen, innerhalb dessen sich die Heilkunde wandelt.
Die erste Abhandlung „Wahrheit und Wahrnehmung“ befaßt sich wesentlich mit erkenntniskritischen theoretischen Problemen und bringt zahlreiche feine Beobachtungen, zum Beispiel: „Der Sinneseindruck hat keinen rein geometrischen, sondern einen dynamischen Charakter“; oder: „Die meisten Wahrnehmungen sind nur Kompromißbildungen zwischen figuraler Deutlichkeit und ereignishafter Beweglichkeit“.
Wer des Verfassers Auffassung genau verstehen will, muß sich schon der Aufgabe unterziehen, seine Behauptungen im einzelnen nachzulesen.
In dem zweiten Aufsatz: „Über das Nervensystem“ sucht v. Weizsäcker zu zeigen, daß und wie der Widerspruch ein positives Element menschlichen Bemühens ist. Im dritten Kapitel: „Die Grundlagen der Medizin“ gibt er einen tiefschürfenden Überblick über die betreffenden Fragen, die sich im Gegensatz zu früher doch gewaltig gewandelt haben. „Der Mensch ist es, der seinen Einzug in den Naturbegriff zu vollziehen strebt und dies vorzüglich in der Medizin.“ Damit geht aber eine Änderung der ganzen Einstellung zum Leib-Seele-Problem Hand in Hand. Während die Naturwissenschaft früher die Aufgabe hatte, mystische und zauberische Vorstellungen auszumerzen, und an ihre Stelle das Gesetz zu bringen, muß unser heutiges Bestreben darauf hinausgehen, es wahrscheinlich zu machen, daß es sich bei der unbewußten Vernünftigkeit der Organismen „um eine letztgültige Seinsordnung der ganzen Natur mitsamt dem Menschen“ handelt. Die Untersuchungen menschlicher Funktion haben die Annahme nahegelegt, daß die Organe in beträchtlichem Umfange sich so verhalten, als wären sie denkende Physiker oder planende Psychologen. Das weist uns darauf hin, daß die gemeinsame Wurzel physikalischer und biologischer Vorgänge eine ähnl