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Die Arbeit geht davon aus, daß „lebensgeschichtliche Strukturen nicht nur für das psychoreaktive und neurotische Krankheitsgeschehen, sondern mehroder weniger für die gesamte Psychopathologie von Bedeutung sind“. Einerseits gebe es „kein psychopathologisches Zustandsbild, bei dem die Lebensgeschichte des Kranken für die Symptombildung völlig belanglos gewesen wäre“, andererseits dürften aber die „Bedeutungsgrenzen der auf diesem Weg erreichbaren Erkenntnisse nicht übersehen werden“ und man könne „keinesfalls immer lebensgeschichtliche (das heißt psychoreaktive) Kausalität im psychopathologischen Geschehen annehmen, wo lebensgeschichtliche Daseinsgehalte in Erscheinung treten“.
Es wird der Fall einer chronischen, in Schüben verlaufenden Halluzinose eines 35jährigen Bauernknechtes dargestellt, dessen Symptomatik weder auf eine schizophrene Psychose noch auf einen klinisch faßbaren Hirnschaden hinwies. Und zwar traten bei völliger Besonnenheit und Orientierung vor allem akustische Halluzinationen auf, in denen ihm von Stimmen von Drittpersonen schwere Vorwürfe gemacht wurden. Diese Halluzinose trat num in ganz ähnlicher Form auch unter folgenden Bedingungen auf: 1. toxisch in Tagen nach Alkoholexzessen, 2. psychoreaktiv im Zusammenhang mit „seelischen Aufregungen“ (die leider nicht genauer dargestellt sind), 3. pharmako-experimentell nach Gabe von 100 Gamma Lysergsäurediäthylamid, wobei noch optische Halluzinationen dazukamen und das Erleben des Patienten ganz besonders affektbetont war. Die LSD-Halluzinose soll auf den Patienten wie eine tiefgreifende Psychokatharsis gewirkt haben, was durch zwei sehr eindrucksvolle Rorschachprotokolle, einige Tage vor und unmittelbar nach dem Versuch belegt wird. Das zweite Protokoll ist sehr bereichert, mit verbessertem F % und vermehrten D-Antworten. Auch die Inhaltsdeutungen sind gebessert, so daß Verfasser von einer existentiellen Persönlichkeitsweitung und -festigung bei dem Patienten spricht.
Es wird am Schluß die Frage gestellt,