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Die Verfasser lehnen es ab, den „Rentenneurotiker“ stärker zu der Gruppe der Simulanten als zu der der Neurotiker zu rechnen. In der Regel versucht der Simulant durch seine Simulation
seine Situation objektiv zu verbessern. Der Rentenneurotiker lebt in vielen Fällen von einer kläglich niedrigen Rente, während er in seiner früheren Arbeit gut verdiente. Es zeigt sich ferner, daß diese Neurosen in ihrer Entstehung durch die ganze Entwicklung der Persönlichkeit determiniert sind und durch den Unfall lediglich ausgelöst werden. In der mitgeteilten Kasuistik findet sich bei den Patienten immer eine Tendenz zur Abwendung von der Aufgabe der Realitätsbewältigung und die Neigung zur Regression, bis in infantile Situationen zurück. Wird ein Unfallneurotiker aus irgendwelchen Gründen berentet, so beobachteten die Verfasser, daß diesen Menschen mit der Rente nicht geholfen ist, da die Zuerkennung der Rente nur seine Ansprüche anerkennt, nicht aber seine inneren Bedürfnisse wirklich befriedigt.
Die Behandlung habe unter der Erkenntnis des Entstehungsmechanismus der Neurose zu erfolgen. Sie ist durch den sekundären (neurotischen) Krankheitsgewinn erschwert. Wichtig ist daher Vorbeugung durch gut begründete, sichere Gutachten, die ohne Affekt urteilen, da sonst der Untersuchte nicht nur tiefer in die Neurose, sondern in eine zusätzliche Aggravation getrieben wird.