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Eine sehr instruktive Arbeit für den Pädiater: Durch übermäßig hartes oder verwöhnendes häusliches Milieu kommt es zur Störung der Beziehung zur Umwelt, die sich als Gehemmtheit äußert (Musterknabe, Angstkind, stilles Kind, Einzelgänger, Träumer) und zu den verschiedenartigsten Symptombildungen führen kann: Einnässen, Nägelkauen und so weiter.
Verfasser erstrebt die Heilung dieser Kinder durch Aufnahme auf eine kleine Station, auf der sie die Wärme des Nestes von allen Seiten erfahren sollen und wo sie auch durchweg innerhalb 4 Wochen über ein aggressives und babyhaftes Zwischenstadium allmählich zur Anpassung gelangen. Jede Kritik am Kind wird in dieser Zeit vermieden.
Anschließend wird versucht, dem Kind durch Bewegungsspiele, Wettkämpfe, Kneten, Zeichnen, Tanzen, schauspielerische Darstellungen, Werkarbeit, Aufholung der Schullücken allmählich zu einer Freude an der eigenen Leistung zu verhelfen.
Die Exploration des Kindes geschieht im ungezwungenen Gespräch neben Arbeit und Spiel und soll langsam zum Kernpunkt der Probleme in Familie, Schule und im Bereich der kindlichen Sexualität vordringen.
Im Scenotest können Konflikte dargestellt und abreagiert werden. Der Konflikt soll vorsichtig bewußt gemacht werden (im Gegensatz zur Meinung anderer Autoren) und positiv verarbeitet werden. Vor der Entlassung wird das Kind einige Male versuchsweise den Eltern mitgegeben zur gegenseitigen Neuaneinandergewöhnung. Mit den Eltern soll vor der endgültigen Entlassung des Kindes seine psychische Situation und der Zusammenhang der kindlichen Fehlhaltung mit der elterlichen Lebenseinstellung besprochen werden. Direkte Hinweise auf die Fehler der Eltern sollen dabei vermieden werden, um diese nicht in Trotzhaltung und Abwehrstellungen zu drängen.