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Der Verfasser berichtet die Krankengeschichte eines 25jährigen Patienten, der vom Amtsarzt in die Klinik eingewiesen wurde, weil er Familiendiebstahl begangen hatte, das Geld sinnlos vertan
habe und zeitweise trinke. Außerdem bestanden gelegentlich Angstzustände.
Der Patient lebte in guten, eher reichen Verhältnissen und stammte aus der ersten Ehe seiner Mutter, die in seinem 10. Lebensjahr geschieden wurde. Nach dem 10. Lebensjahr wurde der Patient zum erstenmal in der Schule auffällig dadurch, daß er seinen Mitschülern Geld abborgte und das Geld sinnlos vertat. Der weitere Lebensweg bot bald gröbere Züge der Verwahrlosung mit Herumtreibereien in verschiedensten Lokalen, Schuldenmachen, Diebstahl wertvoller Gegenstände im elterlichen Haushalt.
In der Interpretation der Krankengeschichte entwickelt der Verfasser zunächst die Gesichtspunkte, nach denen der beobachtete Kranke im Sinne der gängigen Beurteilung als Psychopath einzuordnen wäre. Der Verfasser wendet sich dann jedoch kritisch gegen die allzu einfache deskriptive Beurteilung des Patienten als Psychopathen und unternimmt es selbst, die Krankengeschichte des Patienten noch einmal von der psychologischen Seite her zu untersuchen.
Er beschreibt, wie der Patient ursprünglich als sehr verwöhntes Einzelkind großgezogen wurde, im innigen Kontakt mit der am ersten Mann enttäuschten Mutter. Die zweite Ehe der Mutter brachte dann eine enorme Umstellung, da der Stiefvater dem Patienten gegenüber nur größte Abneigung an den Tag legte und die Bindung zwischen Sohn und Mutter auf jede Weise stören wollte.
Der Verfasser stellt fest, daß man über die Wertigkeit der verschiedenen Faktoren: Erblichkeit, Konstitution, äußere Gelegenheit und unbewußte Genese sehr verschiedener Meinung sein kann. Er regt jedoch an, daß man aus praktischen Gründen dem psychogenen Faktor besondere Aufmerksamkeit schenken solle, da hier die einzige Möglichkeit zum Ansatz einer therapeutischen Beeinflussung zu finden sei. Speziell für den Fall des Pat