You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Auf einer Tagung zur Besprechung neurovegetativer Probleme in Burg an der Wupper im September 1950 hat Verfasser den in der PSYCHE (1950, Heft 1) von A. Dührssen dargestellten Fall von Magersucht bei Zwillingsschwestern neurologischerseits als eine durch das Zwischenhirn geschaltete, jedoch pathogenetisch primär psychisch bedingte Krankheit interpretiert. Am Anfang steht der neurotische Wunsch nach Gewichtsabnahme und Reifungsverzögerung. Daß er nicht über den Weg einer einfachen, psychogenen Eßstörung, sondern durch die Einschaltung des Zwischenhirns und mit lebensbedrohenden hormonalen Reaktionen verwirklicht wurde, zeigt die pathoplastische Bedeutung des Zwischenhirns. Die Symptomatik läßt sich in 4 Syndrome aufteilen: 1. hormonal: hypophysäre Kachexie, 2. vegetativ: Erbrechen, Speichelfluß, paroxysmale Tachypnoe, Stuhl- und Harnverhaltung, 3. neurodystrophisch: ausgedehnte Magenblutungen und Decubitus, 4. seelische Veränderungen: Erregungszustände, später stuporöses Verhalten. Es wird festgestellt und betont, daß sich all die hier gefundenen Symptome in Beziehung bringen lassen zu Erscheinungen, wie sie Hess experimentell vom Zwischenhirn her auslösen konnte.