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Ausgehend von der in Frankreich treu tradierten, aber nicht weitergeführten Beobachtung von Laennec, der unter den Ursachen der Tuberkulose „keine so häufig findet wie die traurige Verstimmung, wenn sie tief und von langer Dauer ist“, wird der Bedeutung seelischer Faktoren bei der Lungentuberkulose nachgegangen, wobei diese nicht als Epiphänomen des organischen Krankheitsprozesses betrachtet werden. Verfasser bemerkt dabei selbst seine Isolierung, denn von 1000 einschlägigen Arbeiten der Jahre 1945/46 betrafen nur sechs überhaupt seelische Faktoren bei der Tuberkulose. Das Material der Racamierschen Untersuchung setzt sich aus zwei Gruppen von tuberkulösen Männern zusammen, von denen 100 wegen allgemeiner nervöser Störungen oder aus Interesse nach einem Vortrag sich dem Arzt zu einem Gespräch zur Verfügung stellten und 50 einfach nach der Reihenfolge ihres Eintritts im Krankenhaus in die Untersuchung einbezogen wurden. Die Untersuchung stützt sich auf Unterredungen, die zwischen 30 Minuten und zwei Stunden dauern, auf einige psychoanalytische Behandlungen und einige Untersuchungen mit dem TAT-Test nach Murray. Außerdem waren dem Verfasser auch literarische Dokumente wichtig. Manche seelische Züge findet er bei Künstlern, die Tuberkulosekranke schildern oder selbst unter einer Tuberkulose gelitten haben, ausgeprägter, als bei den eigenen Kranken. Der Verfasser kommt zur Feststellung, daß über 90 Prozent seiner Kranken eine defekte Beziehung zu ihrer Mutter hatten, wovon 2/3 durch Versagungen und 1/3 durch Verwöhnungen verursacht waren. Außerdem kam dazu bei 71 Prozent der Kranken eine gestörte Vaterbeziehung, die sich besonders nach dem 2. Lebensjahr auswirken soll. Nicht selten waren auch atmosphärische Störungen, wie ein kaltes und liebloses Elternhaus, bei sonst, äußerlich betrachtet,