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Der Fall eines 35jährigen Theologiestudenten wird zum Ausgangspunkt einer Betrachtung über die Beziehung der epileptischen Wesensänderung zur Krankheit Epilepsie gemacht. Das einzige Kind eines überkorrekten Bankbeamten, ohne echten Kontakt zur Umwelt aufgewachsen, früh zum geistlichen Beruf entschlossen, erkrankt nach Studium und Militärdienst an einer „Nervenzerrüttung“. In einer Anstalt wird er unter der Diagnose „Depression mit überwertigen Ideen“ mit 14 Elektroschocks behandelt, 1 Jahr später treten sich rasch häufende epileptische Anfälle hinzu. Verfasser beobachtet drei Jahre später an dem Patienten eine, auch im Rorschach deutliche, epileptische Wesensänderung, die er bis zehn Jahre vor den Beginn der Anfälle zurückverfolgen kann. Die Feststellung des Verfassers einer „echten epileptischen Wesensänderung auf dem Boden einer enechetischen Konstitution“ vor dem Auftreten der Krampfanfälle widerlegt die Auffassung von Stauder, der sie auf die Bewußtseinstrübung nach dem Anfall zurückführte. — Von psychosomatischem Interesse ist, daß hier eine charakterisierte seelische Veränderung oder Haltung als selbständiger Faktor erscheint und nicht auf die epileptischen Anfälle zurückgeführt werden kann.