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Dieser Studie liegt H. S. Sullivans Begriff der Psychiatrie zugrunde. Geisteskrankheiten beruhen danach wesentlich auf Störungen der zwischenmenschlichen Beziehungen. (Psychiatry is — so sagt Sullivan — the study of interpersonal relations.)
Daher die Frage der Untersuchung: wie weit kann innerhalb der Beziehungen zwischen Krankenhauspersonal und Patienten die Inkontinenz — das heißt hier das unbeherrschte Ablassen und Verschmieren von Kot und Urin — einzelner, schwer behinderter Psychotiker als deren Reaktion auf bestimmte zwischenmenschliche Situationen aufgefaßt werden? Und weiter: „Übernimmt die Inkontinenz der Kranken, deren Kommunikationsmöglichkeiten stark reduziert sind, die Rolle eines spezifischen — Feindseligkeit, Verlassenheit, Verworfenheitsgefühl oder sonst etwas ausdrückenden — Kommunikationsmittels? An der Untersuchung arbeiteten ein Psychiater und ein Soziologe zusammen. In einem kleinen, intensiv psychotherapeutisch behandelnden Krankenhaus wurden die Inkontinenzakte dreier Patientinnen im Zusammenhang mit Tagessituation, Beschäftigung, Verkehr mit Mitpatienten und dem Krankenhauspersonal beobachtet. Mit Hilfe der Beobachtungen aller mit den Patientinnen umgehenden Krankenhausangestellten wurde der am Inkontinenzverhalten orientierte Tageslauf der Patientinnen festgehalten. Aus den Protokollen ein Auszug als Beispiel:
„… Ein für Beschäftigungstherapie angestelltes Mitglied des Pflegepersonals beschäftigte sich mit Miss Bell im Unterhaltungsraum. Die Patientin genoß diesen Zustand offensichtlich, als eine andere Patientin den Raum betrat. Der Angestellte verließ Miss Bell, um die neue Patientin an einem Plan zu interessieren. Unmittelbar darauf entleerte sich Miss Bell reichlich auf den Flur.“ Nicht weniger war man bemüht, sogenannte positive Situationen festzuhalten, in denen eine Inkontinenz der Patientinnen im obigen Sinne unterblieb. Auch dafür ein Beispiel:
„… bei dieser Gruppensitzung verlas der Therapeut eine Bemerkung, die Miss Adams geschriebe