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Es ist für einen Menschen von schicksalhafter Bedeutung, wenn bei ihm eine Analyse als notwendig erachtet und durchgeführt wird. Der Psychotherapeut befindet sich hierbei in ähnlicher Situation wie ein Chirurg, der sich zu einer schwierigen, den Organismus vital beanspruchenden Operation entschließen muß. Nur erfährt der Chirurg unmittelbar nachher im Operationsfeld konkret-materiell, ob seine Indikationsstellung richtig war, während der Richtigkeitsnachweis in unserem, dem psychischen Operationsfeld derart schwierig ist, daß wir heute noch kaum über den Erfolgsbeweis: Richtig ist, was wirkt, hinaus sind. Dieser Erfolgsbeweis setzt aber seinerseits zum mindesten voraus, daß wir wissen sollten, was wir tun, so wie Anna Freud es formuliert: „Man muß immer, wissen, was man tut“, daß wir also nicht so etwas wie eine Mischspritze von Persuasion, Psychagogik und Psychoanalyse unter dem Obertitel „Psychotherapie“ verabreichen und nachher überzeugt sind, wir hätten den Kranken lege artis analysiert.
Die fehlende materielle Beweismöglichkeit dafür, ob unsere Indikationsstellung richtig war, und die Gefahr, unklar zu sein oder sich in bezug auf die angewandte Methode zu täuschen, scheinen mir den Entschluß zu rechtfertigen, die Frage der Indikationsstellung näher zu überprüfen.
Der Mediziner bemüht sich bei einer Krankheit um Abklärung der Anamnese, Statusaufnahme und exakte Diagnose. Aus diesen drei Bausteinen baut er sodann die Indikation zu dieser oder jener Therapie auf. Dabei hilft ihm die Intuition natürlich ebenso wie später bei der Therapie. Ebenso ergeht es dem Analytiker. Denn wie jeder wirklich Helfende, ist er ja nicht Handwerker, sondern Geburtshelfer, in seinem Falle bei einer seelischen Neuwerdung. Wie könnte er das sein ohne ein subtiles Fingerspitzengefühl.
Wenn er durch eigene Analyse weitgehend skotomfrei geworden ist, verleihen ihm seine bisherigen Erfahrungen eine bestimmte, individuell variierende Vororientierungstechnik. Intuition und Erfahrung helfen ihm,