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Unser systematisches Verständnis der dynamischen Struktur der Depression nimmt seinen Ausgang mit Freuds Versuch einer Erklärung von „Trauer und Melancholie“, in dem er sich auf die vorangegangenen Arbeiten Abrahams stützte. Freud weist darauf hin, daß Trauer und melancholische Depressionen sich in wichtigen Punkten voneinander unterscheiden, wenngleich sie zahlreiche klinische Charaktere gemeinsam haben. Im Falle der Trauer besteht ein realer Objektverlust und folglich ein Gefühl, daß die Welt arm und leer ist; es findet sich jedoch keine Herabsetzung des Selbstgefühls und keine Selbstanklage. In den melancholischen Depressionen hingegen liegt gewöhnlich ein durch Enttäuschung oder ähnliche Faktoren bedingter emotioneller Verlust des Liebesobjekts vor und folglich auch ein Verlust im Ich, eine Herabsetzung des Selbstgefühls: Das Ich erscheint arm und leer und neigt zu Selbstvorwürfen.
Dieser Unterschied wird von Freud auf zweifache Weise erklärt, Erstens ist die Libidoposition bei den beiden Typen der Depression verschieden. Die einfache Depression entspricht wesentlich einer unkomplizierten Trauerreaktion, ist objektlibidinösen Ursprungs, im Gegensatz zu dem narzißtischen Typus der Depression, der am besten durch die melancholischen Formen vertreten wird. Letztere „gehen meist über den klaren Fall des Verlustes