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I. — Mit einer lobenswerten Sorglosigkeit wählte die Kongreßleitung den „affektiven Kontakt“ als Diskussionsthema für diese Tagung; sorglos insofern, als die Leitung es den Rednern überließ, die Begriffe „affektiv“ und „Kontakt“ genauer zu beschreiben. Sie wies mit diesen Worten in einer unbestimmten, vorläufig nicht besonders differenzierten Weise auf ein äußerst wichtiges Gebiet der Psychologie. Lobenswert ist diese Sorglosigkeit, weil dadurch den Forschern, die dieses Thema besprechen sollen, zunächst nicht vorgeschrieben wird, was sie unter diesen Begriffen zu verstehen haben; lobenswert auch, weil es ehrlicher ist zuzugeben, daß auf diesem Gebiet noch große Unklarheit besteht, als diese Unklarheit durch scheinbar schärfere Definitionen zu verschleiern. Während der Arbeit an diesem Referat würde mir immer klarer, daß dieses von der Leitung gestellte Thema einer genauen und sorgfältigen Ausarbeitung bedarf, und es kam mir dabei immer deutlicher zum Bewußtsein, daß dies kein sogenanntes akademisches Problem ist, sondern daß die tiefere Kenntnis des affektiven Kontaktes eine conditio sine qua non für die weitere Entwicklung der Psychotherapie darstellt. Glücklicherweise hat — das fiel mir immer wieder auf — ein guter Therapeut stets viele Dinge gewußt, für die es noch keine Worte gab.
In der Erfüllung meiner Aufgabe, den phänomenologischen Aspekt des affektiven Kontaktes zu untersuchen, habe ich versucht, mit einem Teil der erwähnten Sorglosigkeit zu Werke zu gehen, wenn ich mir auch darüber klar war, welche Gefahr ein solches Vorgehen für den einzelnen Forscher bedeuten kann: die Gefahr der Verschwommenheit, der methodischen Nachlässigkeit, der Oberflächlichkeit, wie auch die Gefahr, die Auffassungen anderer außer acht zu lassen. Soweit geht meine Sorglosigkeit nicht, als daß sie dies nicht in Betracht zöge. Zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich besonders darauf hinweisen, daß ich in den Werken von Binswanger2, Minkowski3, Sartre4 und Buytendijk5 sorgf