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Auch C. G. Jung hat nun sein „Hiobbuch“ geschrieben. Selbstverständlich ist es bedeutend und aufschlußreich. Hiob ist der Anlaß, daß Jung uns sagt, „der Gott des Alten Testamentes sei oft sehr böse“. Bin ich eigentlich geeignet, über dieses Buch etwas zu sagen? Die Sympathie, welche das Verstehen fördern Soll, fehlt mir. Und manchmal kommt mir, auch dieses Mal, Jung wie einer vor, der an der Reichen Tische sitzt und mich tröstet dadurch, daß er, ein mißvergnügter Schweizer ist. Die Realität des Psychischen, die Verwirklichung des Selbst und die Archetypen (Kant verstand darunter die intellektuelle Anschauung) sind eine zu schmale Basis, um so große Fragen zu bewältigen. Und manchmal drängt sich auf die Lippen das antike Wort „Si tacüisses …“. Man kann auch dieses Mal den Mangel an Dankbarkeit bei diesem Autor feststellen und nicht zu der Überzeugung kommen, daß man jemand schon dadurch allein verbessert, daß man ihn überlebt. Im einzelnen wäre, wenn wir schon am Negativen sind, zu erinnern, daß es keine Selbstverständlichkeit ist, aus der Bewußtmachung folge die Wahrheit. Da nicht nur Hiobs Kampf mit Gott, sondern auch das Wesen der Heiligkeit besprochen wird, und überhaupt eine Abhandlung über die Religion sich entwickelt, so verlieren wir den psychologischen Boden unter den Füßen. Es fehlt mir der Tänzer oder Spieler, der es wagen kann, anfechtbare Behauptungen aufzustellen, weil er weiß, daß die Welt betrogen sein will und es zuweilen keinen anderen Weg gibt, als sie zu betrügen. So kann man also nicht mit der Wahrheit umspringen, daß man sich auf die Wirklichkeit des Psychischen beruft und dabei übersieht, daß der Physikalismus der naturwissenschaftlichen Erklärungen eine psychische Tatsache ist. Und das tut Jung.
Wir haben nun einige kritische Bemerkungen gehört, und nichts darüber, daß ein sorgfältig gearbeitetes und von diesem Manne selbstverständlich sehr zu beachtendes Werk vorliegt. Trotzdem genügt das letztere nicht und schließlich handelt es sich auch um