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„Ein geistiges Sein, aus dem Wissen des Wahren entstanden, das nicht Theorie geblieben ist, sondern das Leben durchwaltet, Gesinnung und Handeln bestimmt“ — das versteht Schmaltz unter „Weisheit“. „Ausgewählte Zeugnisse solcher Weisheit, im wesentlichen aus indischen und chinesischen Quellen, denen nahezubringen, die im Bereiche der Psychotherapie arbeiten“, ist das eine Anliegen des Buches; das andere: „zu zeigen, welch große Gesichtspunkte sich gewinnen lassen aus den östlichen Konzeptionen von Welt und Seele für das Hauptanliegen der Psychotherapie, nämlich: die Selbstverwirklichung im Individuationsprozeß“.
Die Sammlung östlicher Texte ist in drei Teile gegliedert: „Der Lehrer“; „Auf dem Wege zu sich selbst“; „Zum Weltgeschehen“. Ihnen ist unter gleichlautenden Überschriften zugeordnet je ein Kapitel von Schmaltz, gipfelnd in dem Versuch, „die Idee des Individuationsprozesses, seine erfaßbare Erscheinung und seine Vorstufen in der Kunstsprache der Psychologie einzufangen“. Die diesem Kapitel entsprechende Text-Sammlung hat den Charakter eines Lehrgespräches, „das sich im Inneren eines Menschen abspielt, der sich auf dem Schlangenweg seiner Individuation, zwischen den Gegensätzen hin- und herschreitend, dem Ziele seiner Reifung und Erlösung zubewegt“, wobei beispielsweise „die Sprüche des I-Ging die Rolle eines überlegenen Lehrers und Beraters einnehmen.“
Schmaltz' Gegenüberstellung westlicher Therapie und östlicher Weisheit verzichtet klugerweise darauf, Übereinstimmungen und Widersprüche im einzelnen aufzuzeigen. Sie beschränkt sich vielmehr darauf, dem Leser fruchtbare Hinweise auf die Verschiedenheiten östlichen und westlichen Geistes im Allgemeinen und so auch östlicher und westlicher Seelenführung zu geben. An der Spitze steht die Feststellung, daß die besondere Stellung, die die Seelenführung im Rahmen östlicher Kultur von altersher hat, damit zusammenhängt, daß im Osten das Innere generell den Vorzug vor dem Äußeren hat. Daher kommt es auch, daß Große Thera