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Zu den Frauen, die es unternehmen, Wesen und Stellung ihrer Artgenossinnen kritisch zu erforschen, gesellt sich nun auch Margaret Mead, die bekannte amerikanische Anthropologin. Sie hat über ihre langjährigen Studien auf verschiedenen Südsee-Inseln eine Reihe aufschlußreicher und origineller Bücher veröffentlicht, bei denen es ihr nicht allein auf exakte Beschreibung der beobachteten Zustände ankommt. Ihr liegt vielmehr daran, entwicklungspsychologische und soziologische Züge herauszuarbeiten und Querverbindungen zwischen Formen sogenannter primitiver und kultivierter Völker herzustellen. Begeisterte Amerikanerin und Demokratin, die Errungenschaften ihres Landes verteidigend, ist sie klarblickend und sehr kritisch, auch wenn es die eigenen Leute angeht. Sie wirkt in vielen internationalen Organisationen und arbeitet lehrend, erziehend und forschend intensiv und an hervorragender Stelle. Den Kern der vorliegenden Schrift bilden Vorlesungen über die Psychologie der Geschlechter, die 1946 in San Francisco gehalten wurden.
In diesem neuesten Buch greift sie ein besonders aktuelles Problem auf: sie spricht über die Frau und den Mann unter dem Aspekt des Wandels, der sich augenblicklich vollzieht. Übergänge sind besonders schwer zu beobachten, es bedarf dazu sowohl genauer Kenntnis der früheren Zustände wie eines feinen Spürsinns für das, was sich anbahnt und abzuzeichnen beginnt. Beides ist bei der Autorin vorhanden; außerdem schreibt sie so frisch und unbekümmert, wie man bei uns ein Feuilleton abfaßt, aber kein gelehrtes Buch. Das ist ein großer Vorteil für den Leser; auch dokumentiert sich darin die gänzlich unprätentiöse Haltung der Verfasserin.
Dieses Buch also, nahezu 500 Seiten stark mit Sachregister und vielen Anmerkungen, setzt sich das Ziel, Veränderungen