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Aktive Psychohygiene und klassische therapeutische Analyse werden einander gegenübergestellt und gezeigt, daß sie je ihre eigenen Vorzüge und Nachteile haben, sich aber keineswegs grundsätzlich ausschließen, sondern fruchtbar ergänzen können. Es wird eine psychohygienische Betreuung für jeden Menschen von der Geburt bis zum Tod als vorbeugender Schutz gefordert und von der psychohygienischen Prävention eine große Förderung der Zukunft der Menschheit erwartet. „Einer der größten kulturellen Vorzüge von Freuds Methode liegt darin, daß die Erfahrungen und die geistige Reife, die frühere Generationen erworben haben, auf die nächste übertragen werden können, ohne daß jede einzelne Generation durch erneuten Aufwand von Energie mit unvermeidlichem Unglück und Enttäuschungen die ganze Entwicklung selbst zu leisten hat.“ Besonders dringlich ist psychohygienische Prävention in den sexuell besonders betonten Phasen, dem Vorschulalter, der Vorpubertät und Pubertät. Andrerseits wird darauf hingewiesen, daß auch nach erfolgreich durchgeführter Kinderanalyse und guter psychoanalytischer Vorbeugung die Mechanismen der menschlichen Zivilisation häufig zu Fehlentwicklungen und Behinderungen durch Libido- und Ich-Fixierung führen, die erst in einer Erwachsenen-Analyse aufgearbeitet werden können. Kinder-Analyse wird im allgemeinen nur da anzuwenden sein, wo ein wirklicher Notstand vorliegt. Hier wird auch auf die drohende Kriminalität verwiesen. — „Die Analyse eines neurotischen Kindes macht die spätere nicht überflüssig, aber sie kürzt sie ab, weil zeitig genug das Abirren schon im Entwicklungsalter verhindert wurde. Manche Gebiete werden von Konflikten befreit, wenn auch nicht gänzlich. Genau so hat die Chirurgie viel bessere Aussichten, wenn sie frühzeitig operiert oder mit zweizeitiger Methode. Eine Kinderanalyse immunisiert nicht gegen Neurose, aber — um eine bekannte, wenn auch unkorrekte Redensart zu gebrauchen — sie stärkt das Ich. Als vorbeugende Maßnahme bleibt sie durch die