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Die am Mount Sinai Hospital New York tätigen Autoren beschreiben die Einrichtungen und Arbeitsmethoden an der psychosomatisch orientierten Kinderabteilung dieses bekannten amerikanischen Krankenhauses. Gerade dem Pädiater entstehen durch die Anwendung tiefenpsychologischen Wissens auch in der täglichen Praxis große Möglichkeiten und Aufgaben für die Prophylaxe späterer Neurosen, da sich die meisten seiner jungen Patienten in einer für die Pathogenese so entscheidenden Lebensperiode befinden. Auch bei Eingriffen, wie den häufigen Routineuntersuchungen in den Kliniken oder bei Operationen ist eine von psychoanalytischen Einsichten geleitete Führung des Patienten für den Heilungsverlauf von großer Wichtigkeit., Im Mount Sinai Hospital hat jede Kinderabteilung ein Team von Psychiatern. In gemeinsam mit den Pädiatern abgehaltenen Konferenzen wird der jeweilige Therapieplan ausgearbeitet. Leitgedanke bei allen Maßnahmen ist die Annahme, daß alle kranken Kinder mehr oder weniger zu narzißtischer Regression neigen. In den Besprechungen mit dem Psychiater, der den Kindern in dieser Zeit die fehlenden Eltern ersetzen soll, beginnen sie bald, über allerlei Beschwernisse des Krankenhausdaseins zu klagen. So können viele der starr und oft gedankenlos durchgeführten Prozeduren und Maßnahmen, wie Temperaturmessungen, Laboruntersuchungen, strenge Bettruhe und Diät in den meisten Fällen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Mag es auch für viele „linientreue“ Organkliniker ketzerisch klingen, am Mount Sinai Hospital wird durch die Erfahrung mit den Kranken bewiesen, daß das emotionelle Wohlbefinden für die Genesung der Kinder wichtiger ist als ein lege artis korrekt durchgeführtes klinisches Behandlungsschema.