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Die Befunde der Tierpsychologie über Zusammenhänge zwischen dem laktotropen Hypophysenhormon und mütterlichen Verhaltensweisen haben uns veranlaßt, auch beim Menschen nach solchen Ausschau zu halten. Wir sind dabei zufällig auf einen Akromegalen gestoßen, welcher gleichzeitig mit dem Bestehen laktierender Gynäkomastie durch eine eindrückliche Wesensveränderung im Sinne psychischer Vermütterlichung auffiel (Blickenstorfer). Es handelte sich um einen praemorbid aktiven, männlichen, sehr vitalen 44jährigen Polizeibeamten, der während seiner Laktation zur zärtlichen, besorgten Mutter wurde, kleine Kinder in den Haushalt aufnahm und sich später eifrig der Säuglingspflege einer eigenen Tochter widmete. Eine Röntgenbestrahlung der Hypophyse machte seiner 10 Jahre dauernden „Milchperiode“ schließlich ein Ende und ließ allmählich auch die Mutterschaftsinstinkte versiegen, Seine veränderte gefühlsmäßige Haltung gab Anlaß zur Ehescheidung und hat ihn einer mütterlichen, tröstenden, „herzensguten“ Freundin zugeführt. Nach unserer Erfahrung zeigen Akromegale infolge krankheitsbedingter „Vereinsamung“ großes Kontaktbedürfnis. Häufig sind sie schon vor ihrer Erkrankung unbefriedigte Menschen (M. Bleuler, Blickenstorfer). Nachdem die Ehefrau des obigen Kranken dessen seelischen