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Einleitung: Die nachfolgenden Ausführungen sollen zeigen, daß Freuds Annahme, der Traum enthalte, außer dem manifesten Trauminhalt, von diesem verschiedene, prinzipiell verstehbare Sinnzusammenhänge, gut mit gewissen durch Experimente gesicherten Grundannahmen der zeitgenössischen — nichtpsychoanalytischen — Psychologie in Einklang zu bringen ist; weiter werden sie zeigen, daß die von Freud zuerst beobachteten und beschriebenen Phänomene des Traums auch anders erklärt werden können als mit der von ihm aufgestellten und seither nicht wesentlich veränderten Theorie.
Begriffsklärung: In der neueren Psychologie hat sich die Anwendung der Begriffe Feld und Struktur als fruchtbar erwiesen. Es erscheint angebracht, ihre Anwendung auch an dem Problem des Traums zu erproben. Eine Erklärung der behandelten psychischen Phänomene (etwa in bezug auf deren Herkunft oder Inhalt) können und sollen diese Begriffe aber nicht liefern; sie würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Feld und Struktur werden in dem Sinne gebraucht, in welchem die Gestalttheorie diese Begriffe verwendet. Ein wichtiges Kennzeichen des Feldes ist es, daß in ihm Kräfte auftreten, deren Charakteristikum die Fernwirkung ist; daher ist das, was an einer Stelle geschieht, mitbestimmend für das Geschehen an jeder anderen Stelle. Ein Feld wird als Ganzes von anderen Feldern, z. B. seiner Umgebung, beeinflußt (Metzger)2. Struktur ist identisch mit Gefüge oder Gestaltqualität; zwei Phänomene haben die gleiche bzw. eine ähnliche Struktur, wenn sie sich hinsichtlich ihrer Anordnung oder ihres Aufbaus gleichen bzw. ähneln.
Die Hypothese, die von uns zu beweisen ist, lautet: Viele Trauminhalte enthalten, neben den erlebten inhaltlichen Zusammenhängen, einen oder mehrere andere. Letztere sind nicht ohne weiteres zu erkennen, weil Traumerleben vom Wacherleben artmäßig unterschieden ist und deshalb der Traum nicht ohne Kenntnis dieser besonderen Erlebnisweise verstanden werden kann. Beim Kinde und beim Primitiven ist ein psych