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Die psychosomatische Medizin ist nach Ansicht mancher Beurteiler eines der Gebiete, in dem die psychoanalytische Psychologie angewendet werden kann, insofern somatische Prozesse in Gesundheit und Krankheit immer auch von psychischen Komponenten wechselnder Intensität begleitet sind (1). Die Grenzen, innerhalb denen die Psychoanalyse als praktisches Heilverfahren in die Medizin eingeführt werden kann, sind oft unklar, besonders im Hinblick auf die hypothetische biologische Basis der Instinkt- und Libidotheorien. Vielleicht ergibt sich eine brauchbare Unterscheidung zwischen angewandter und theoretischer Psychoanlyse aus der Beantwortung der praktischen Frage, ob eine gegebene Untersuchung einen größeren Beitrag zur Psychoanalyse liefert oder zu einem nichtanalytischen Zweig im Rahmen des philosophischen, naturwissenschaftlichen oder soziologischen Bereichs.
Es wurde mit einer gewissen Berechtigung darauf hingewiesen, daß, seit Freud es für nötig erachtete, sich von der Biologie weg der Psychologie zuzuwenden, keine wissenschaftliche Disziplin mehr zur Verifizierung der psychoanalytischen Befunde beigetragen habe. Obwohl diese Abkehr wegen der Grenzen der damaligen Biologie ratsam erschien, hielt Freud doch an der monistischen Konzeption fest, daß das Geistige des Menschen eine biologische Funktion sei (2). In seiner Schrift „Triebe und Triebschicksale“ (3) definierte er den „Trieb“ als einen „Grenzbegriff zwischen Seelischem und Somatischem“, in welchem sich das Triebleben beständig sowohl auf psychische wie auf somatische Weise manifestiere. Man könnte daraus schließen, daß Freud mit „somatisch“ nicht nur die Stoffwechselvorgänge im Zentralnervensystem bezeichnete, die bei der Perzeption von Triebbedürfnissen in Gang gesetzt werden, sondern auch jene Veränderungen in den Organfunktionen, die selbst den inneren Reiz für die Triebe abgeben.
Die Organtätigkeit ist als Folge der Ichfunktion ein sekundärer Prozeß und