You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das vorliegende anspruchsvolle Buch will eine geschlossene, auf dem Vorgang der Hemmung beruhen de Theorie aller Neurosen darbieten. Der Autor stellt 4, respektive 5 Hauptneurosenstrukturen auf und gibt die Kriteria zur Unterscheidung leichter von schweren Fällen an. Die vom Autor ausgeübte analytische Psychotherapie wird ausführlich dargelegt; andererseits werden verschiedene, sogenannte pragmatische psychische Behandlungen berücksichtigt und erklärt, in welchen Fällen sie angewandt werden können. Zu den analytischen therapeutischen Verfahren gehören alle theoriebezogenen, d. h. nach einer bestimmten Theorie verstandenen Vorgehen. Dagegen hat der Autor den Ausdruck „pragmatische“ Therapie für jene psychotherapeutischen Verfahren eingeführt, die entweder keine oder eine falsche theoretische Grundlage haben. Der durch diese Behandlungen erzielte Heilerfolg beruhe auf Erfahrung, die Anwendung pragmatischer Psychotherapien erfolgt ex juvantibus. Hierher gehörten, unter anderen, verschiedene Suggestionsverfahren, hypnotische Behandlungen und das von I. H. Schultz eingeführte „autogene Training“.
Der Autor behandelt ferner kurz das Problem der sogenannten „Psychopathien“, bespricht noch ungeklärte Probleme auf dem Gebiete der Neurosen und deren Therapie und gibt Richtungen an, nach welchen sich die zukünftige Neurosenforschung zu entwickeln hätte. Unter anderem befaßt er sich noch mit Fragen der Prognose und Prophylaxe der Neurosen und gibt einen Entwurf für die zukünftige psychotherapeutische Ausbildung der Ärzte.
In der Einleitung teilt uns der Verfasser mit, daß er nicht die Ansicht jener Autoren teile, welche die Schulen von Freud, Adler und Jung für miteinander unverträglich halten. Dieser Eindruck rühre zum großen Teile von der verschiedenen Terminologie her, welche diese Forscher eingeführt haben. Schultz-Hencke, der sorgfältig auch einfache sprachliche Ausdrücke semantisch und etymologisch erläutert und die Schwerfälligkeit mancher angewandter Termini als wissensch