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Gestützt auf die modernen Theorien über den Schlaf und die Beziehungen zwischen Hypophysenzwischenhirnsystem und Tiefenperson betrachtet der Verfasser die Narkoanalyse als ein besonders geeignetes Instrument im Rahmen psychotherapeutischer Behandlungsmethoden. Der Zustand des Halbschlafs, des Halbdunkels, mit seiner gesteigerten Affektivität schaffe eine Bewußtseinslage, wie sie neurotischen Reaktionen entspricht. Die narkoanalytische Situation wird als „produktiver Halbschlaf“ bezeichnet, vorzüglich geeignet zur Abreaktion von Affekten, zur Klärung der jeweiligen Probleme und zum Aufbau neuer Verhaltensweisen. Initiale Methode deshalb, weil auf Grund des gewonnenen Materials andere geeignete Behandlungsmöglichkeiten angeschlossen werden können. Das jeweilige als spezifisch geschilderte Verhalten des Patienten soll dem Arzt die Differentialdiagnose Neurose, Psychose oder Simulation erleichtern können. Es will uns jedoch bedenklich erscheinen, wenn die Narkoanalyse zur Diagnostik jedem Arzt empfohlen wird, sei er Gynäkologe, Chirurg oder Praktiker. Man sollte doch nicht übersehen, daß eine so differente Methode einige Erfahrung auf dem Gebiet der Psychopathologie erfordert.