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Die Arbeit entstand zunächst als Preisaufgabe der Studiengemeinschaft, um den akademischen Nachwuchs anzuregen und zu fördern. Sie wurde als so ausgezeichnet und bedeutsam für die Wissenschaft bezeichnet, daß sie nun in Buchform allgemein zur Verfügung steht. Wir können den Entschluß zur Publikation nur begrüßen, denn diese Arbeit hilft eine für den akademischen Nachwuchs besonders bedauerliche Lücke der modernen Medizin schließen: Sie imponiert als ein weithin geglückter Aufriß der Quellen und Strömungen über das Personverständnis innerhalb der Medizin seit der Jahrhundertwende. Hat die Systematik in der Behandlung des Themas alle Vorzüge einer Propaedeutik — besonders hinsichtlich der von Weizsäckerschen „Medizinischen Anthropologie“ —, so werden andrerseits in der leistungsphysiologisch und philosophisch fundierten Darstellung der sogenannten Bipersonalität als Anthropologie und Pathologie einer Ich-Du-Beziehung der Standort und die wissenschaftlichen Beiträge des Verfassers deutlich.
Das Buch wird von manchem Leser als „schwere“ Lektüre bezeichnet werden, und zwar nicht nur wegen des Einführungskapitels (Die dreifache Dialektik des Personverständnisses in der Medizin), das ein in der Philosophie geübtes Denken voraussetzt. Die eigentlichen Gründe, diese Lektüre als „schwer“ zu bezeichnen, hat der Verfasser selbst in ganz unpolemischer und daher ebenso wohltuender wie souveräner Form in den Kapiteln „Die Biologie der Person“, „Der Medizinische Personalismus“, „Das Wesen der ‚Person‘ in der Psychopathologie“ und „Der Faktor ‚Mensch‘ „abgehandelt. Bereits in diesen Kapiteln werden Zitate des Klinikers Ludolf Krehl angeführt, die ihn „als Träger des Stilwandels“ (von Weizsäcker) zu einer personalen Medizin deutlich werden lassen. Krehls Anliegen — das Hineinnehmen der „Person“ in die Medizin — wurde von R. Siebeck und V. von Weizsäcker weitergeführt. Dabei präzisiert Siebeck aus der Geschichtlichkeit jedes Menschen seine Krankengeschichte, die Siebeck in Form der