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Der Herausgeber hat 22 Psychologen aus ebensovielen Ländern veranlaßt, sich über die politischen Spannungen im eigenen Lande zu äußern, sofern diese das internationale Verständnis erschweren.
Die Vielfalt der psycho-politischen Diagnosen und der Vorschläge zur Verhütung eines III. Weltkrieges beleuchtet die Schwierigkeit, aus dem analytischen Schatz praktisch verwendbare Schlüsse zu ziehen.
Diese skeptische Bemerkung richtet sich nicht gegen die Autoren, von denen einige tiefgründige Studien vorliegen. Sie soll auf die Dimensionen eines Problems hinweisen, von dessen praktischer Lösung Krieg oder Frieden abhängt. Und da jeder geistig Arbeitende die Pflicht hat, an der Meinungsbildung mitzuwirken, bietet das vorliegende Symposion eine vorzügliche Ausgangsposition. Das übernationale Gespräch über die Ursachen nationaler Spannungen darf nicht mehr abgebrochen werden. So wollen wir selbst eine Frage aufwerfen:
Gibt es heute neben den bekannten psychologischen, soziologischen und ökonomischen Ursachen internationaler Spannungen nicht ganz neue Kräfte, die das Problem anders beleuchten? Die Verfasser der „Tensions“ argumentieren, als stünden wir noch im Zeichen der Weltkriege I und IL Hängt der Grad der Aggressivität der Nationen heute immer noch von Instinkten, Regressionen, Massensuggestion und von komplexbehafteten Nationalismen ab, oder nicht auch weitgehend von den verfügbaren Machtmitteln, insbesondere den Waffen? Wir leben nun einmal im Zeitalter der H-Bomben! Der Koreakrieg widerspricht dem nicht. Beide Gegner halten ihre Atomgeschosse in ihren Arsenalen eingeschlossen, bzw. sie zeigen durch Versuche an Stellen, wo sie keinen Schaden anrichten, welcher Verheerungen sie fähig sind! Die Frage, die allerdings weniger der Psychologe als ein Wahrsager beantworten könnte, lautet demnach: werden Weltkriege in Zukunft nicht wegen der nachgerade unvorstellbaren Zerstörungsmacht aufhören, bevor noch Einsicht und Vernunft eine Weltordnung schaffen? Pointierter ausgedrückt: sind