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Die hier vorgelegte „Theory of Action“ ist der Entwurf eines Bezugsrahmens, in dem das Motivationsgewebe menschlicher Handlungen in seiner Abhängigkeit von soziologisch institutionalisierten Strukturen (Normen, Sanktionen, Prestigequellen, ideologischen Orientierungsmöglichkeiten usw.) faßbar werden soll. Er ist von einer so hohen Komplexität und Differenziertheit, wie sie bisher in der Soziologie ähnlich nur von Pareto und Max Weber erreicht worden ist.
Die jetzige Form der „Theory of Action“ baut sich wesentlich auf Parsons „Structure of Social Action“ (2. Aufl., Glencoe 1948) auf. Darin deckte er in der umfassenden Analyse der Arbeiten Dürkheims, Paretos und Max Webers die den drei Denkern gemeinsame Konzeption über die Orientierungsmöglichkeiten menschlichen Handelns auf: Menschliches Handeln muß, um wissenschaftlich erhellbar und darstellbar zu werden, grundsätzlich aufgefaßt werden, als sei es an Zielen (oder Zwecken) orientiert. Diese Ziele werden dem Einzelnen im Koordinatensystem seiner Realitätsorientierung, seiner „Definition der Situation“ gegeben. In Form von Möglichkeiten — die von den „selbstverständlichen“ Formen rechtschaffenen täglichen Verhaltens bis zum Glauben an Erlösungsreligionen reichen — werden sie unter geringerem oder stärkerem Druck alternativ an ihn herangetragen. Sie variieren nach sozialer Stellung, Geschlecht, Alter, Kulturzugehörigkeit und dgl. des Einzelnen, und sie werden nur wirksam im Rahmen eines komplizierten Systems introjizierten (meist unmerklich funktionierenden) moralischen Zwanges, der das Leben in einem Gemeinschaftsgebilde wie Familie, Gemeinde usw. erst möglich macht.
Nimmt man diese Weise, in der der einzelne im gegebenen sozialen System seine Situation definiert, zum Ausgangspunkt einer vergleichenden Analyse, so wird es möglich, die Orientierungen menschlichen Handelns in Abhängigkeit von