You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Vorliegende Schrift ist eine Überprüfung, wieweit wir heute schon in der Lage sind, eine Kulturpsychopathologie zu entwickeln, die nicht nur eine Diagnose, sondern auch eine Therapie der Kulturkrise ermöglicht, in der wir in den letzten Jahrzehnten stehen und die wir subjektiv als „Unbehagen in der Kultur“ erleben, während wir deren Objektivation trotz allen „Fortschrittes“ und trotz allen „guten Willens“ wie ein schier unvermeidliches Schicksal als bevorstehende Weltkatastrophe am politischen Horizont immer bedrohlicher sich abzeichnen sehen.
Das Ergebnis dieser Überprüfung — um dies vorwegzunehmen — ist wenig ermutigend: Selbst zu einem Aufriß einer Kulturpsychopathologie fehlen noch die Voraussetzungen (z. B. der adäquate Begriffsapparat); und unser bisheriges diagnostisches Verständnis macht zwar eine Reihe der kulturpsychopathologischen Symptome begreiflich, erlaubt aber noch nicht einen verbindlichen therapeutischen Ansatz. Dieses Endergebnis wird aus vielfach verschlungenen Gedankengängen, die auch Umwege und Sackgassen nicht scheuen, gewonnen. Der Autor zeigt eingangs den Menschen verstrickt