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Der vorliegende Versuch von Sulzer baut auf den Untersuchungen und unveröffentlichten Seminarvorlesungen von Max Pulver im Institut für angewandte Psychologie in Zürich auf. Wir verdanken vor allem Max Pulver den Nachweis, daß zwischen einigen tiefenpsychologischen Phänomenen und der Handschrift
ein nachweisbarer Zusammenhang besteht. (Max Pulver: „Symbolik der Handschrift“ [Orell Füssli Verlag, Zürich, 1931], „Trieb und Verbrechen in der Handschrift“ [Orell Füssli Verlag, Zürich, 1934], „Intelligenz im Schriftausdruck“ [Orell Füssli Verlag, Zürich, 1949].)
Die Kenntnis der Lehrbücher von Max Pulver wird beim Leser vorausgesetzt. Kürze und Gedrängtheit der Darstellung Sulzers bedingen, daß manche Ergebnisse der Untersuchung nur angedeutet werden. Andere Erkenntnisse bleiben überhaupt unausgedrückt und sind nur als Voraussetzung der Gutachten und durch ihre Wirkung in den mitgegebenen Schriftdeutungen spürbar. Das ist bedauerlich, denn alle Ergebnisse werden jeden Graphologen aufs Stärkste interessieren. Auch die tiefenpsychologischen Zusammenhänge, die bei den Deutungen vorausgesetzt werden müssen, sind knapp dargestellt, so daß der von Sulzer gezeigte Zusammenhang von Angst mit Verdrängung, Hemmung und Unlust nur insofern klar wird, als Angst ein dominantes und häufig auftauchendes Phänomen ist, dessen Schriftausdruck vor allem nachgegangen wird. Einen Vorzug aber hat die kurze Fassung gegenüber einer ausführlichen systematischen Darstellung: man kann den Ansatzpunkt und Gedankengang Sulzers von Grund auf erkennen und ihm ohne Schwierigkeiten mit dem eigenen graphologischen Wissen folgen. So bleibt der Fehler beengender theoretischer Begründungen und die Bindung an ein bestimmtes System vermieden.
Einleitend schreibt Sulzer, die Arbeit solle auf phänomenologisch-tiefenpsychologischer Basis aufgebaut und jede metaphysisch-philosophische und spekulativkonstruktive Denkhaltung unterlassen werden. Diesem Plan ist Sulzer nicht gefolgt. Kierkegaard, Heidegger und Scheler