You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Wenn heute ein neues Buch über Astrologie erscheint, muß ein solches mit erheblich größerem Anspruch von seiten des Lesers rechnen als etwa noch vor 30 Jahren. Einmal, weil in den letztvergangenen Jahrzehnten einige sehr wesentliche und grundlegende Bücher über Astrologie erschienen sind, anderseits weil neuere astrologische Schriften andere Fachgebiete einzubeziehen versuchen und so spezielle Kenntnisse des Verfassers voraussetzen, wie in der vorliegenden Schrift über Psychotherapie und Tiefenpsychologie. Daß diese Schrift sowohl den Astrologen wie den Tiefenpsychologen befriedigt, kann man nicht eigentlich sagen. Verf. zieht in zu großer Breite „Autoritäten“ in langen Zitaten heran, was der Einheitlichkeit der Schrift schadet — eigene erlebte Darstellung hätte da überzeugender gewirkt. Der Tiefenpsychologe, der von Astrologie nichts weiß, wird durch die Schrift kaum die Neigung empfinden, sich mit Astrologie tiefer zu beschäftigen: ihn könnten wohl am ehesten Beispiele, Krankengeschichten mit Horoskopen, überzeugen und interessieren. Der Untertitel der Schrift: „Das Kosmogramm als Charaktertest“ erscheint als irreführend; man erwartet danach eins der heute so in Konjunktur stehenden ausgearbeiteten Testverfahren, was aber nicht zutrifft. Man kann der Schrift die Bemühtheit nicht absprechen, doch scheint sie nicht die Lücke im Schrifttum auszufüllen, die wirklich noch offensteht: eine tiefenpsychologische Darstellung einer Krankengeschichte und des Horoskopes.