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In diesem Frühjahr ging eine Notiz durch viele Zeitungen und Zeitschriften, betitelt: „Vatikan gegen Psychoanalyse“. Da es sich — wenn diese Meldung richtig gewesen wäre — um eine alle Katholiken im Gewissen verpflichtende Erklärung gehandelt haben würde, an der die Psychotherapeuten schon im Interesse ihrer Klientel nicht achtlos hätten vorübergehen dürfen, forschte Referent ihren Ursprüngen wie ihrer Tragweite nach. Er erhielt von unterrichteter katholischer Seite bestätigt, daß es sich um eine banale Zeitungsente handle. Ihr in Rom tätiger Urheber wurde von der Leitung seines Korrespondenzbüros gemaßregelt.
Wie in Wahrheit die katholische Kirche zu Tiefenpsychologie und Psychotherapie steht, ersieht man u. a. fortlaufend aus den fachlichen Aufsätzen und Referaten, die allmonatlich in den von deutschen Jesuiten (bei Herder in Freiburg) herausgegebenen „Stimmen der Zeit“ erscheinen, wie auch aus dem hier anzuzeigenden Buch.
Sheen, seit 1951 Weihbischof in New-York, ist ein bekannter Rundfunksprecher und sehr populär in USA. Er kennt alle Zweige der heutigen Psychotherapie bis ins Letzte hinein, gleichgültig, ob es sich um den alten Freudianismus im „orthodoxen“ Sinn handelt wie um dessen Weiterentwicklung bei manchen Schülern Freuds, vornehmlich in den USA (Karen Horney, Eidelberg, Theodor Reih u. a.), oder um die Lehren Jungs, Adlers, Künkels. Das Facit des Verfassers: die heutige Psychotherapie ist genau so gut ein legitimer Zweig der Heilkunde wie Innere Medizin oder Chirurgie, wofern sie um ihre Grenzen weiß. Diese Grenzen sieht der Verfasser, gleichsinnig mit der anthropologisch bestimmten neueren Richtung unseres Faches (v. Gebsattel, Michel, v. Weizsaecker seien statt Vieler als Paradigmata genannt), darin gegeben, daß bei keiner theoretisch-tiefenpsychologischen Überlegung wie auch bei keiner praktisch-psychotherapeutischen Handlung übersehen werden darf, daß der Mensch wesentlich als animal metaphysicum zu fassen ist.
Primär geht es dem Autor durchaus nich