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Verfasser führt zunächst Arbeiten von Kanner an, der den Ausdruck „Autismus der frühen Kindheit“ 1943 prägte und 1949 über 55 Fälle berichtete (Americ. J. Orthopsychiatry, July 1949, XIX). Die Kinder ziehen sich sehr früh, häufig schon im ersten Lebensjahr von der Realität zurück und nehmen keinen Kontakt zur personalen Umwelt, oft dagegen einen um so intensiveren zu ihrer Dingwelt (im Spiel) auf. Die intellektuelle Entwicklung braucht dabei nicht gehemmt zu sein. Es finden sich alle Sprachstörungen, vom Stammeln und Stottern bis zum Mutismus, bisweilen eine nicht, oder nur der Mutter verständliche Eigensprache. Kanner diskutiert, ob in diesem Symptom eine frühe Manifestation einer Schizophrenie gesehen werden kann.
Bei Umgebungsuntersuchungen dieser Kinder stellte er spezifische Charaktere und Verhaltensweisen der Eltern fest: es waren meist den Schizoiden Kretschmers entsprechende Typen: korrekt und förmlich in ihren Beziehungen zueinander wie zu den Kindern, bei fehlendem sozialem Kontakt zur Umwelt und starkem beruflichem Interesse mit völligem Aufgehen in der Arbeit. Die Mütter zeigten meistens eine mangelnde Gefühlswärme in ihren Beziehungen zum Kind. „Die Arbeit am Kinde ist rationalisiert, wie die eines gewissenhaften Mechanikers in der Autowerkstatt“, d. h. es wird dem Kinde eine mechanische Aufmerksamkeit ohne Wärme und Freude geboten.
Verfasser demonstriert dieses an 2 Fällen Kanners, denen er eine eigene Beobachtung anschließt:
Es handelt sich um ein 5½ jähriges Mädchen, das 1943 in Südfrankreich geboren wurde, als die Eltern sich auf der Flucht befanden. Nach wenigen Wochen der Angst vor Verhaftung und Deportation starb die Mutter, während der verschleppte Vater nicht mehr zurückkehrte. Das Kind wurde von Verwandten, einem sehr kühlen, korrekten, kinderlosen Akademikerehepaar aufgezogen. Es erfolgte einer Sauberkeitsdressur von seiten der Pflegemutter, die selbst zugab, nicht sehr mütterlich veranlagt zu sein. Die verzögerte und unvollkommene Sprachentwick